Streiflichter aus der Vergangenheit der Banater Schwaben
in der Zwischenkriegszeit  von 1918 bis 1939
 

Betrachtet man eine physische Karte des Banats, dann stellen wir fest, dass dreiviertel davon Ebene ist und nur ein Viertel aus Bergland und Mittelgebirge besteht. Die Ebene war die "Kornkammer" und der gebirgige Osten das Land der Erze, der Kohle und des Holzes. Dort entspringen auch die Flüsse, die sich in Richtung Donau und Theiß bewegen. Diese zwei Ströme umschlingen das Banat im Süden und Westen. Die Donau als Grenze im Süden trennt zwei Welten voneinander: die europäische im Norden und die balkanische im Süden. Die Nordgrenze unserer Provinz bildet der nicht weniger bedeutende Fluss Marosch, der von den Siebenbürger Sachsen Mieresch genannt wird. Die Grenze im Osten mit Siebenbürgen und Oltenien wird von den Ausläufern der Südkarpaten, dem Tscherna-Fluß und -Tal gebildet.
Das Banat mit seinen 28.523 km2 ist so groß wie das heutige Albanien mit 28.748 km2 oder etwas kleiner als Belgien mit seinen 30.513 km2. In dieser Landschaft war ziemlich alles vertreten, was ein Gebiet zu seinem selbständigen und unabhängigen Wirtschaftsleben benötigte. Der Friedenskonferenz nach dem Ersten Weltkrieg stellte es sich als eine geographisch und wirtschaftlich ungewöhnlich einheitliche Provinz mit ausschließlich natürlichen Grenzen vor. Diese wurden beim Friedensvertrag von Trianon, 4. Juni 1920, jedoch überhaupt nicht berücksichtigt: es wurde willkürlich geteilt. Ungarn erhielt 271 Km2 im Winkel Marosch - Theiß; Serbien den südwestlichen Teil der Landschaft mit 9307 km2 und die größte Fläche von 18.715 km2 wurde mit dem Königreich Rumänien vereinigt.
Der Erste Weltkrieg war noch nicht zu Ende, als sich am 30.10.1918 Ungarn von Österreich loslöste. Der am 13.11.1918 mit Ungarn geschlossene Waffenstillstand sah vor, dass das Gebiet südlich der Marosch zu räumen sei und von alliierten Besatzungstruppen verwaltet werde. Um die Friedenskonferenz vor vollendete Tatsachen zu stellen, rückten nach dem Abzug der Ungarn serbische Militäreinheiten als alliierte Verbände im Banat ein. Gegen dieses Vorgehen erhob Rumänien, dem das Banat ebenfalls zugesagt war, Einspruch und forderte, dass das Banat einer neutralen Besatzungsmacht zu unterstellen sei.
A
ls sich Ende November der rumänisch-serbische Streit um das Banat soweit zuspitzte, dass es beinahe zu einer militärischen Auseinandersetzung kam, entschlossen sich die Alliierten, französische Truppen ins Banat zu schicken, mit der Absicht die Serben in ihrem politischen und verwaltungsmäßigen Vorgehen zu stoppen.
Nach langen Diskussionen der Kommission, die für die Grenzfrage zwischen Serbien und Rumänien zuständig war, wurde das Banat dann so geteilt, wie bereits vorhin angeführt wurde. Im Juni 1919 wurde diese Teilung vom Obersten Rat gutgeheißen und rumänische Truppen zogen in das Gebiet, das Rumänien zugesprochen wurde, ein.
Unter den Bedingungen der ungeklärten staatlichen Zugehörigkeit entstand nun die Idee, für das Banat - aber auch für die Batschka und die Baranya - einen autonomen Status zu beantragen. Dabei bezog man sich auf die Selbstverwaltung des historischen Banats von 1718 bis 1778 und von 1849 bis 1861. Vor allem verfolgte man das Ziel, die Einheit des Banats zu bewahren.
Am letzten Oktober 1918 haben so in Temeswar linksliberale und sozialdemokratische Intellektuelle zusammen mit einer Gruppe ungarischer Offiziere beschlossen, eine Republik zu gründen. Der ins Leben gerufene "Volksrat" ernannte Oberstleutnant Albert Bartha zum militärischen und den Sozialdemokraten Dr. Otto Roth zum zivilen Kommissar der neuen Staatsform. Ungarischerseits meinte man, dass es sich um eine Autonomie im Rahmen des ungarischen Staates handle.
Nachdem Bartha Kriegsminister wurde, nahm Otto Roth die Stelle des Regierungskommissars im Namen der ungarischen Machthaber ein. Da das Banat unter der alliierten Besatzung stand, war sowohl diese Stelle wie auch die der drei Obergespanne der Banater Komitate nur mehr formell.
Von höheren Aufgaben enthoben, konnte sich Roth nun ausschließlich seinem Konzept widmen. Sowohl ihm als auch der Öffentlichkeit wurde es klar, dass das Banat für Ungarn verloren war. Nun hieß es handeln, um den eigenen Traum zu erfüllen. Im März 1919 wandte sich Dr. Otto Roth so mit einem Memorandum an den Kommandanten der französischen Truppen im Banat, Franchet d'Esperey, und schlug vor, ein unabhängiges Banat unter französischem Protektorat und mit einer französischen Schutzarmee zu schaffen. Flächenmäßig sollte die Republik das ungeteilte Banat erfassen und deren Entstehung von einer Volksabstimmung abhängen. Da man jedoch befürchtete, dass die deutsche und ungarische Bevölkerung des Banats bei Ungarn bleiben möchte, hat man auf eine Volksbefragung verzichtet.
Roth meinte, durch die Gründung einer Republik die Streitigkeiten zwischen Rumänen und Serben um das Banat aus der Welt schaffen zu können. Andererseits hoffte er dadurch dem ungarischen Irredentismus (unerlöstes Gebiet, das bei Ungarn bleiben sollte) Halt zu geben und schließlich das Banat so zu stabilisieren. Weiter hob Roth hervor, dass durch einen neuen Status des Banats dem Vormarsch der Rumänen nach Westen Halt geboten werden könnte und nicht zuletzt sollte der kommunistischen Bewegung in dieser Gegend ein Ende gemacht werden.
Roth gab sich große Mühe, um die Alliierten auf seine Seite zu bringen. Der französische General, Leon Farret, war mit der Sache vertraut und Roths Ideen gegenüber nicht abgeneigt. Die Großmächte nahmen dazu keine Stellung ein, die Banater Presse jedoch behandelte dieses Konzept einer "Republik Banatia" (Vorbild war "Helvetia") eingehend und diskutierte viel darüber. Die neue Staatsform sollte ähnlich der Schweiz in Kantone, die einer Zentralverwaltung mit Sitz in Temeswar unterstehen, eingeteilt werden.
Zur Ausübung der Volksrechte wurden im ganzen Banat rumänische, ungarische, serbische und schwäbische Nationalräte und bewaffnete Nationalgarden gegründet. Jener der Schwaben wurde am 3.11.1918 ins Leben gerufen und von einer Volksversammlung gutgeheißen. Die bedeutendste Maßnahme, die vom neuen Schwabenrat ausging, war die Verdeutschung der Volksschulen, die nach und nach in den Ortschaften mit deutscher Bevölkerung vorgenommen wurde. Ansonsten waren die ungarischen und die deutschen Räte für das Verbleiben beim ungarischen Staat. Allein die Rumänen waren für die Vereinigung mit dem Königreich Rumänien. Zur Überraschung aller anderer trugen sie damals schon rot, gelb, blaue Bänder.
Für die deutsche Bevölkerung des Banats war die staatliche Zugehörigkeit ihrer Heimat die Grundfrage ihres Daseins. In dieser Hinsicht aber waren sie unter sich lange nicht einig. Die Gruppe der Gemäßigten - an der Spitze mit Kaspar Muth und Franz Blaskovics - vertraten Autonomiebestrebungen im Rahmen des ungarischen Staates. Dabei stützten sie sich auf die vom ungarischen Minister Graf Michael Károlyi gegebenen Versprechungen. In der am 8.12.1918 in Temeswar abgehaltenen Versammlung wurde das "Schwäbische Manifest" angenommen, in dem man für die Unteilbarkeit und den Verbleib des Banats bei Ungarn eintrat. Solange sie nicht wussten, wem das Banat zugeteilt würde, verhielten sie sich passiv und nahmen am politischen Leben überhaupt nicht teil.
Jene, die gegen den Verbleib des Banats bei Ungarn waren, die Radikalen, teilten sich in zwei Gruppen. Die erste davon war die "Ungarländisch Deutsche Volkspartei", die ab 1919 "Deutsch-Schwäbische Volkspartei" hieß mit Rudolf Brandsch, Johann Röser, Josef Gabriel, Viktor Orendi-Hommenau u.a. an der Spitze. Sie stützte sich auf die Karlsburger Beschlüsse vom 1.12.1918 und strebte die Vereinigung mit Rumänien an.
Die zweite Gruppe der Radikalen, die unter Reinhold Heegn stand, war jugoslawischfreundlich eingestellt und plädierte für den Anschluss des Banats an Südslawien.
Als bekannt wurde, dass der zentrale und östliche Teil des Banats an Rumänien fallen sollte, beschlossen die Radikalen in der "Schwäbische Versammlung" vom 10.08.1919 die Anschlusserklärung der Banater Schwaben an Rumänien. Ihre Forderungen, die in einem Memorandum verfasst waren, wurden am 14.08.1919 dem rumänischen Regierungsrat in Hermannstadt überreicht und von einer Delegation unter der Leitung von Stefan Frecot am 19.08.1919 zur Friedenskonferenz nach Paris gebracht. Man verlangte die territoriale Integrität, also eine Unverletzlichkeit der Banater Provinz und den Anschluss des gesamten Gebietes an Rumänien. Durch die rumänische Friedensdelegation gelangte die Schrift zur Konferenz. Da die Teilung damals schon eine beschlossene Sache war, wurde die Integrität des Banats kategorisch abgelehnt und von einem autonomen Status war in der Denkschrift keine Rede.
Mit diesem Vorgehen waren lange nicht alle Deutschen des Banats einverstanden. Im November 1919 wandte sich in der Folge eine andere Gruppe an die Großmächte nach Paris. Die übergebene Schrift "Die Banater Frage - eine europäische Frage. Ein Wunsch der Bevölkerung Südungarns an den Pariser Friedenskongress" verlangte unter gewissen Bedingungen den Verbleib des Banats bei Ungarn. Falls das nicht möglich sei, möge man für das Banat einen unabhängigen Status in Form einer Republik akzeptieren.
Im April 1920, noch vor der Unterzeichnung des Friedens zu Trianon wurde je eine Denkschrift an die Pariser Konferenz und an den Völkerbund gerichtet. Unterzeichnet war sie vom "Komitee der Elsaß-Lothringer, der Schwaben des Banats und der Batschka". Man war entschieden gegen die Teilung des Banats und dessen Anschluss an Rumänien und an Serbien. Diese Maßnahme wäre vom kulturellen, zivilisatorischen und wirtschaftlichen Standpunkt aus nicht vertretbar - hieß es in der Eingabe. Es würde eine politische und wirtschaftliche Desintegration bedeuten und vor allem eine "Balkanisierung" des Banats zur Folge haben. Darum müsste die Teilung von den Großmächten verhindert werden. Die deutsche, ungarische und selbst Teile der rumänischen und serbischen Bevölkerung seien gegen den Anschluss des Banats an Rumänien oder an Serbien. Und weiter hieß es im Memorandum; Wenn es nicht möglich sei, das Banat bei Ungarn zu belassen, wünschte man die Errichtung einer unabhängigen und neutralen Republik mit dem Namen "Banatia". Diese sollte die drei Komitate des Banats (Temesch, Torontal und Karasch-Sewerin) sowie die Batschka erfassen. Man erwartete, dass die Schrift durch den französischen Premierminister Georges Clemenceau zur Friedenskonferenz gelangte. Sie kam aber weder dort noch beim Völkerbund zur Sprache.
Das Bestreben der Banater Bevölkerung, vor allem der Deutschen, eine Autonomie bzw. einen neutralen und unabhängigen Staat ins Leben zu rufen, wurde von der rumänischen Geschichtsschreibung stillschweigend übergangen. Für sie war jene Gruppe ausschlaggebend, die dem Anschluss des Banats an Rumänien zustimmte. Selbst der Delegationsleiter der Rumänen in Paris, Caius Brediceanu, erklärte 1920, vom Plan einer Banater Republik nicht informiert gewesen zu sein. Darüber wunderte man sich, da die zeitgenössische rumänische Presse das Konzept kannte und darin eine Machenschaft der ungarischen Kreise sah, um das Banat für sich zu behalten. Zusammenfassend stellt sich die Frage, ob eine Republik "Banatia" zwischen Rumänien, Serbien und Ungarn einen dauerhaften Bestand gehabt hätte? Andererseits wieder, ob ein Friede um den Zankapfel - Banat - unter den drei interessierten Staaten auf lange Sicht hätte bestehen können?
Durch die Teilung des Banats waren die Schwaben am meisten betroffen.
Bei der Grenzziehung wurden die Wohngebiete der Rumänen und Serben berücksichtigt, während die deutschen Siedlungen und ihre Wirtschaftsräume überhaupt nicht in Betracht gezogen wurden. In vielen Fällen hat die neugezogene Staatsgrenze Anwesen und Felder willkürlich durchschnitten und auseinandergerissen. Als Folge davon trat eine neue soziale Schicht, die sogenannten Doppelbesitzer, auf. Ihre Bodenanteile lagen teils in Serbien, teils in Rumänien. Es würde zu weit gehen, wenn hier sämtliche Folgen der Teilung des Banats behandelt werden würden.
Jedenfalls hat Rumänien den größten Brocken erhalten. Darunter das Industriegebiet in den Montangegenden, die ausgedehnten Wälder im Banater Bergland und nicht zuletzt die fruchtbare Gegend der Banater Heide und Hecke.
Banatschwäbische Siedlungsgebiete gab es westlich und nördlich von Temeswar. Unter diesen war das kompakteste und bekannteste Gebiet die Banater Heide. Entlang der Eisenbahn Temeswar - Radna und Temeswar - Morawitz befanden sich nicht weniger Dörfer mit deutschen Bewohnern. Gemäß der amtlichen Volkszählung von 1930 lebten in 629 Ortschaften der Kreise Arad, Karasch, Sewerin und Temesch-Torontal 276.089 Deutsche. In genau 245 Gemeinden der erwähnten Komitate wurden über 50 deutsche Seelen registriert.
Die erste Organisation, die ohne parteiliche Unterschiede alle Deutschen des rumänischen Banats erfasste, war die 1921 gegründete "Deutsch-schwäbische Volksgemeinschaft. Ohne Unterschied erfasste sie auch die "Deutsch-Schwäbische Volkspartei" und die 1920 um Dr. Muth gegründete "Schwäbische Autonomiepartei". Letztere ging in der neuen Organisation ein, d.h. sie löste sich auf, während die Volkspartei sich aus traditionellen Gründen weiter hielt. Die positive Auswirkung der neu geschaffenen Volksgemeinschaft kam zum ersten Mal mit der gelungenen Zweijahrhundertfeier der deutschen Einwanderung in das Banat im September 1923 zum Ausdruck. Laut der 1923 angenommenen Satzung, die 1932 in einigen Punkten geändert wurde, vertrat die "Deutsch-Schwäbische Volksgemeinschaft" das banatschwäbische Volk in allen politischen und nationalen Belangen und sorgte für die Wahrung und Förderung der kulturellen und wirtschaftlichen Interessen. Sie hat bald in fast allen Ortschaften des Banats mit deutscher Bevölkerung eine ersprießliche Tätigkeit entfaltet.
Eine relative Einheit in puncto Volksgemeinschaft bestand bis zu den Volksratswahlen (der Volksrat war der Ausschuss der Volksgemeinschaft) im Jahre 1933. Ab dann akzeptierten die Satzungen jedoch Partei- und Gruppenbildungen auch außerhalb der Volksgemeinschaft. Die Einheitsfront musste nur nach außen hin gewahrt sein. Das waren Warnzeichen von einer kranken Organisation.
Aus der alten Volksgemeinschaft entstanden die "Partei der deutschen Einheitsfront" unter Dr. Kaspar Muth; die "Partei der Jungschwaben" unter Hans Beller, Hans Eck, Anton Valentin u.a.  und die "National-sozialistische Selbsthilfebewegung (später Nationale Erneuerungsbewegung der Deutschen in Rumänien NEDR)unter Karl v. Möller und Franz Adam Minnich.
Der neugewählte Volksrat wurde im Mai 1933 konstituiert und alle drei Organisationen haben ein Bekenntnis zur deutschen Volksgemeinschaft abgelegt.
Die im Jahre 1935 gegründete "Deutsche Volkspartei Rumäniens" (DVR) ging von der Erneuerungsbewegung und von den früheren Jungschwaben aus. Im Banat standen an ihrer Spitze Hans Beller, Ewald Frauenhoffer, Josef Komanschek u.a. Im selben Jahr 1935 kam es zur Spaltung innerhalb der Erneuerungsbewegung: Dr. Alfred Bonfert übernahm die Führung der Deutschen Volkspartei und Fritz Fabritius wurde Landesobmann der Volksgemeinschaft, die zur Organisation der Deutschen aus Rumänien geworden war. Sie ist mit der mehrmals erwähnten Banater Volksgemeinschaft nicht zu verwechseln. Im Banat stand diese Organisation unter der Leitung von Nikolaus H. Hockl, Dr. Josef Rieß, Peter Anton u.a. Die im Jahre 1940 gegründete "Deutsche Volksgruppe in Rumänien" hat dann sämtliche Organisationen und Gruppen erfasst und die politische Spaltung der Deutschen in Rumänien beseitigt.
Die einzelnen Wirtschaftszweige der Banater Deutschen wurden von verschiedenen beruflichen Organisationen und Verbänden betreut. Sie hatten die Aufgabe, ihre Mitglieder zu schützen, zu fördern und fachlich fortzubilden.
Im Vordergrund stand das Genossenschaftswesen, das ebenfalls zersplittert und untereinander zerstritten war bis 1928, als der "Banater Bankverein A.G." Einfluss auf die "Raiffeisen-Zentrale" gewann und 1931 die "Landwirtschaftliche Zentralgenossenschaft" gründete. Aufgrund der großen Erfolge der Zentralgenossenschaft wurde 1937 die "Agraria" als Verkaufs- und Bezugszentrale ins Leben gerufen.
Die bedeutendsten Geldinstitute mit deutschem Kapital waren: die "Schwäbische Handels- und Gewerbebank", die "Schwäbische Zentralbank A.G.", die 1928 mit der "Arader Bürgerlichen Sparkasse" fusionierte und den Namen "Banater Bankverein A.G." annahm. Sie gehörte zu den größten Banken des Landes mit über 50 Zweigstellen. Außerdem gab es noch vor dem Ausbruch der Wirtschaftskrise (1929-1933) in zahlreichen deutschen Dörfern über 200 selbständige schwäbische Sparkassen.
Die Bauernschaft wurde vom "Schwäbischen Landwirtschaftsverein" erfasst und betreut. Er setzte sich für die Hebung der Landwirtschaft, die Ausfuhr der Agrarprodukte, Verbesserung der Bodenbearbeitung, Mechanisierung der Feldarbeiten usw. ein.
Zum Schluss sei hier noch hervorgehoben, dass das Banater Deutschtum in allen seinen Lebensbereichen am Vorabend des Zweiten Weltkrieges, d.h. im Jahre 1938, seine höchste Blüte erreicht hat. Ab dann ging es abwärts und Schlag auf Schlag folgte der schicksalhafte Niedergang, bis der Exodus nach der Wende von 1989 unserem Volkstum in der angestammten Heimat ein Ende bereitete.

Prof. Heinrich Lay

 

Literaturverzeichnis:

1. Bell, Karl Dr. Hrsg: Banat - Das Deutschtum im rumänischen Banat. Dresden 1926, S. 13-80 und 84-95.

2. Schmidt-Rösler, Andreas: Der Gedanke einer Banater Autonomie 1918-1920. In: Südostdeutsche Vierteljahresblätter, 44. Jahrgang, Folge 1/1995, S. 55-62.

3. Kausch, Michael Dr.: Schicksalswende im Leben des Banater deutschen Volkes. Bd. I, Temeswar 1939, S.27-28; 51-56 und 59-61.

4. Marin, William: Kurze Geschichte der Banater Deutschen. Temeswar 1980, S. 126-155.

5. Petersen, Carl und Scheel, Otto Hrsg: Handwörterbuch des Grenz- und Ausland-Deutschtums. Breslau 1934, Bd. I, Lieferung 4, S. 265-280.

6. Herrschaft, Hans: Das Banat. Berlin 1942, S.194-205 und 241-256.

7. Hromadka, Georg: Kleine Chronik des Banater Berglands. München 1993, S. 68-70.

8. Schmidt, Sepp: Alphabetische Gemeindeverzeichnisse der Banater Schwaben 1930. München 1980, S. 8-16.

 

 

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